You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Beim Lesen des Freud schen Buches „Die Traumdeutung“1 stoße ich darauf, daß Freud die Zahnreizträume nicht völlig klären zu können meint. Noch beim Lesen fiel mir blitzartig eine Möglichkeit zur Klärung ein, die ich hiermit Berufenen zur Diskussion stelle:
Der Zahnreizträumer war als Säugling ein Daumenlutscher. Freud2 und seine Schüler3 haben festgestellt, was das Daumenlutschen dem Kinde bedeutet. Der Volksglaube hat recht, wenn er sagt, daß es einen Sinnenreiz auslöse, dem eine gewisse Befriedigung und Ermattung folge. Sobald das Kind den Daumen im Munde hat, bekommt es dösige Augen. Sehr viele Kinder schlafen nur mit dem Daumen im Munde ein. Es ist zweifellos eine autoerotische Betätigung.
Der Zahnreiztraum könnte eine Erinnerung an diese Zeit sein. Der Säugling hatte keine Zähne; um noch später dieses Lustgefühl in vollem Umfange genießen zu können, muß man sich also die Zähne ausziehen; oder richtiger: Das Daumenlutschen reicht gewiß in die Zeit des Zähnewachsens hinein. Wohl jeder Erwachsene kennt bei Zahnschmerzen den Wunsch, sich möglichst schnell den schlimmen Zahn mit seinen ganzen Schmerzen herauszureißen. Dieser gleiche Wunsch könnte auch schon im Säugling schlummern, wenn er vom Zähnewachsen Schmerzen hat. Als Erwachsener setzt er im Traum den alten Kinderwunsch in die Tat um, in dem Glauben, daß sich