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Schon lange vor der strukturellen Erfassung des Über-Ichs war seine Erkenntnis sozusagen in ihren Konturen vorbereitet. Die allmähliche weitere Erschließung des zu Beginn der psychoanalytischen Forschung aufgedeckten Ödipuskomplexes, dessen Tragweite gar nicht sofort abzuschätzen war, hat Freud folgerichtig zur Entdeckung dieser psychischen Instanz geführt. Nachdem klinische Erfahrung ihre Existenz und Natur festgestellt hatte, konnte sie den Anschauungen Freuds über die ursprüngliche Epoche der Vaterhorde, die verhängnisvolle Vatertötung, die Organisation des Brüderclans und dann über die totemistische Kultur usw. eingefügt werden. Seine diesbezüglichen Erkenntnisse wurden zu einer Entwicklungsgeschichte der menschlichen Gesellschaft, die in der Bildung des Über-Ichs gipfelt. Zu seinem Verständnis hat ferner der Ansatz Freuds zu biologischer Theorie, nämlich die Trieblehre, beigetragen. Freud ist der Ansicht, die von seinen Schülern, besonders von Reik und Alexander, vielfach fruchtbar gemacht wurde, daß das Über-Ich in seinen Straf- (Autoaggressions-) Tendenzen mit jener Triebenergie sich auswirkt, die der Außenwelt gegolten hatte; da sie aber in ihrer Wirksamkeit nach außen gehemmt wurde, mußte sie sich wieder gegen das Selbst wenden:1 Es gesellte sich also zur Freud schen