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Bei einem Fall von Schizophrenie, der von Oktober 1924 bis zur Gegenwart unter Beobachtung stand, gelang es, ein exquisites Weltuntergangserlebnis und eine damit verbundene Wiedergeburtsphantasie klinisch zu beobachten und Einblick in die ihnen zugrunde liegenden dynamischen Vorgänge zu gewinnen.
Der Kranke trat im 25. Lebensjahre im Oktober 1924 in das Odessaer psychiatrische Krankenhaus ein. Die objektive Anamnese wurde mit der Mutter des Patienten aufgenommen, einer Pflegerin des ehemaligen evangelischen Krankenhauses, einer wenig gebildeten Frau, die nur eine Reihe äußerer Umstände aus dem Leben ihres Sohnes mitteilen konnte. Der Vater des Patienten, ein Handlungsgehilfe, war im ersten Lebensjahr des Patienten, selbst 40 Jahre alt, an einer Lungenentzündung gestorben. Er wird als leutseliger, im allgemeinen gutmütiger, aber gelegentlich jähzorniger Mann geschildert, der gerne trank. Die Mutter sagt von sich selbst aus, daß sie stets sehr ruhig und zurückgezogen gelebt habe; sie habe nie Freundinnen gehabt, immer die Einsamkeit aufgesucht und sei oft betrübt gewesen. Der Großvater väterlicherseits war Alkoholiker, ebenso ein Bruder des Vaters. Auch der Vater der Mutter trank viel, war aber im allgemeinen ein ruhiger und sehr gutmütiger Mensch. Auch ein Bruder der Mutter war Trinker; er endete durch Selbstmord.
Der Patient ist ein einziges Kind. Als er geboren wurde, war sein Vater 38, seine Mutter 19 Jahre alt. Die Geburt war schwer; das Kind wurde künstlich ernährt. Nur ein Jahr lang lebte das Kind bei seinen Eltern; nach dem Tode des Vaters wurde er, da die Mutter eine Stelle antreten mußte, in einer fremden Familie untergebracht, wo er bis zu seinem 13. Lebensjahre blieb. Die Lebensbedingungen dieser Familie waren sehr ungünstig: Not, Enge, häufige Prügel. Nach den Angaben der Mutter soll der Patient schon damals Zeichen einer besonderen Erregbarkeit geboten haben. Wenn man ihn reizte, so begann er zu schreien und konnte durch viele Stunden nicht beruhigt werden