You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Buch von Vogt „Die Grundlagen der Psychiatrie“, welches 1907 herausgekommen ist, war das erste psychiatrische Lehrbuch, das die Psychoanalyse in Betracht zog. Auch später hat sich Vogt für sie interessiert. Davon zeugt die Tatsache, daß in den Jahren 1925-1926 auf seine Anregung hin „zur eingehenden Beleuchtung der Psychoanalyse“ sechs Versammlungen in seinem Institut, der psychiatrischen Klinik in Oslo, abgehalten wurden. Das vorliegende Buch ist, wie in der Einleitung ausgeführt wird, zur historischen Orientierung und als Ausgangspunkt für die Arbeit dieser Tagungen bestimmt.
Vogt beschäftigt sich in dem Buch mit „dem Dynamismus, dem Voluntarismus, dem Unbewußten, der Verdrängung, der Sexualität, der Psychogenese sowie der Persönlichkeit — und deren historischem Hintergrund“. Auf allen diesen Gebieten versucht er zu beweisen, daß Freud Vorläufer gehabt habe und daß er in mehreren Fällen durchaus nicht den Anspruch erheben könne, den ersten Platz einzunehmen. Als Vorgänger nennt er Plato, Augustinus, Nietzsche, Ibsen (warum dann nicht auch Strindberg?), Janet und eine ganze Reihe anderer. Außerdem erwähnt er Pawlow und dessen Schule sowie die „Behavioristen“, welche in gewissen Fällen gleichzeitig mit Freud zu Resultaten verwandter Art kamen. Vogt kritisiert Freud teilweise sehr scharf. Unter anderem sagt er über die Psychoanalyse folgendes: „Was ihre Methode betrifft, ist sie in ihrer dynamischen Einstellung doch mangelhaft, weil sie sich nicht mit der körperlichen Grundlage (oder Unterlage) der wirkenden seelischen Kräfte beschäftigt. Freud sagt diesbezüglich, daß die Zeit für eine biologische Trieblehre noch nicht reif sei“. Vogt übersieht dabei, daß Freud stets auf die körperliche Unterlage der psychischen Erscheinungen Rücksicht nimmt, auch wenn er ganz natürlicherweise sich selbst besonders mit der psychischen Seite beschäftigt. Freud und andere Psychoanalytiker sind ja, von Studien psychischer Symptome ausgehend, zu Annahmen gekommen, die Forschern, die m