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Aster ist Ordinarius der Philosophie in Gießen. Er ist mit einer Reihe von Schriften hervorgetreten, von denen einzelne, wie etwa seine „Geschichte der Erkenntnistheorie von Descartes bis Kant“, als Standardwerke gelten. Wenn daher ein Denker seines Ranges ein Buch über die Psychoanalyse schreibt, das sich warm zu Freud bekennt, dürfen wir dies als erfreulichen Schritt der Annäherung zwischen der offiziellen Universitätswissenschaft und der Psychoanalyse begrüßen.
Seih Buch gliedert der Verfasser in zehn Hauptkapitel. Das erste hebt die Psychoanalyse von der übrigen modernen Psychologie ab, das zweite schildert das Herauswachsen der spezifisch Freud sehen Methode aus der kathartischen Methode Breuers, das dritte behandelt die heutige psychoanalytische Methode. Es folgen Abschnitte über Bewußtsein und Unbewußtes, Traum, sexuelle Verursachung der Neurosen und — ganz ausführlich — über die Entwicklung der Sexualität beim Kinde. Den Beschluß bilden drei Kapitel über die Beziehungen zwischen Psychoanalyse und Biologie, Kulturgeschichte, Religion und Weltanschauung.
Die Darstellung will geben und bietet tatsächlich in ausgezeichneter Weise eine Bekanntschaftsvermittlung mit der Freudschen Lehre. Deren Hauptlinien herauszustellen, die Bedeutung der Psychoanalyse für die übrigen Wissenschaften darzulegen, die Widerstände verständlich zu machen, die sich gegen sie erhoben, zu zeigen, wie diese Widerstände am sachlichen Kern vorbeigingen, die Psychoanalyse auch durch eine Menge neugesehener, fruchtbarer Querverbindungen mit anderen Disziplinen zu verknüpfen, sind einige Anliegen des Buches. Da die Schrift im Rahmen einer für Laien bestimmten Bücherreihe erscheint, beschränkt sich der Autor mit Recht darauf, die Grundsachverhalte der Psychoanalyse eingehend zu erörtern, und verzichtet darauf, z. B. den ganzen mit dem Begriff des Über-Ichs zusammenhängenden Komplex im einzelnen zu erörtern.
Soweit die Fachanalytiker an der logischen Klärung der psychoanalytischen Begriffe interess