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Das vorliegende Buch versucht zum ersten Male eine spezielle Neurosenlehre zu entwerfen. Es gibt dabei eine Mischung aus einem Lehrbuch, das Wohlbekanntes in zum Studium geeigneter Form dem Lernenden bietet, und einer wissenschaftlichen Arbeit, die neue Ergebnisse eigener Untersuchungen bringt; gleichsam das Gerüst des ganzen ist das Lehrbuch, die bekannten Tatsachen werden durch das Neue stets in unaufdringlicher Weise ergänzt und abgerundet.
Das Buch setzt ein mit einer Einleitung über „die Rolle des aktuellen Konflikts in der Neurosenbildung“. Dann folgen drei Abschnitte über Hysterie, Phobie und Zwangsneurose, in denen drei, bezw. sechs und zwei analytische Fälle in vorbildlicher Klarheit dargestellt werden und die Erörterung des Charakteristischen der einzelnen Krankheitsformen an die Ergebnisse des Falles angeschlossen wird. Ein kurzer Anhang mit einem Fall von Melancholie beschließt das Buch. Da die Kenntnis grundlegender Begriffe überall vorausgesetzt ist, im ersten Kapitel ebenso wie im letzten, stellt jedes Kapitel eine selbständige Arbeit dar.
Das gilt in besonderem Maße für den einleitenden Abschnitt, der die Rolle des aktuellen Konflikts behandelt. An drei einfachen, für den Lehrzweck stilisierten Beispielen wird zunächst gezeigt, daß auf denselben aktuellen Konflikt verschiedene Neurosen folgen können. An dem Beispiel dreier verschiedener neurotischer Lösungen des gleichen Konflikts wird gezeigt, daß wir ein tieferes Verständnis erst aus der Kenntnis der Vergangenheit schöpfen können. Ein weiteres Beispiel illustriert deutlich die Rolle der aus der Vergangenheit fortlebenden und eingeschliffenen Lösungsmethoden. Eine Frau, deren Mann sich einer andern in Liebe zugewendet hat, vermag den Konflikt nicht in realer Weise durch Verzicht auf das Objekt oder Aufnahme des Konkurrenzkampfes zu lösen; diese Unfähigkeit ist schon determiniert durch Fortleben einer infantilen Einstellung, die eine Liebesbindung um so stärker werden läßt, je mehr sich das Objekt vers