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Die folgenden Ausführungen über die weibliche Homosexualität werden sich auf Erfahrungen stützen, die ich an elf mehr oder minder tief analysierten Fällen gewonnen habe. Gleich zu Anfang möchte ich mit besonderer Betonung bemerken, daß keine dieser elf manifesten Homosexualitäten körperlich den Eindruck erweckt hat, als ob eine konstitutionelle Veränderung physiologischer Merkmale in der Richtung der Männlichkeit vorläge. Wenn man bei meinen Fällen von Zeichen verstärkter bisexueller Anlage sprechen konnte, so bezog sich das durchwegs nur auf die Vorstufen dessen, was man in späterer Entwicklung als Männlichkeit zu bezeichnen pflegt. Diese Vorstufen scheinen aber kein physisches Korrelat zu haben, jedenfalls kein feststellbares; denn, wie gesagt, keine dieser Patientinnen bot in bezug auf ihre Körperlichkeit Zeichen von Virilität. Sie waren anatomisch und physiologisch „weiblich“ zu nennen. Damit will ich nicht leugnen, daß es auch andere homosexuelle Typen gibt, in denen das Genitale in Gegensatz zur übrigen psychischen und körperlichen Persönlichkeit steht (sekundäre Geschlechtscharaktere usw.). Ich sage nur, daß ich sie in meinem Material nicht angetroffen habe.
Der erste Fall weiblicher Homosexualität wurde von mir vor etwa zwölf Jahren analysiert. Es war ein Fall von manifester, aber nicht ausgeübter