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Die Verfasserin, die auf dem Boden der Jungschen Lehre fußt, versucht an Hand von zahlreichen mehr oder weniger durchgeführten Analysen von Kindern und Jugendlichen einen Einblick in das kindliche Seelenleben zu geben. Das Buch zeigt eine überaus liebevolle, gütige Art, mit Kindern umzugehen, und betont immer wieder, daß ein volles Verständnis der kindlichen Psyche nur bei völliger Kenntnis der eigenen Affekte und Reaktionsweisen möglich ist. Es wird ausgeführt, daß in den meisten Fällen eine Behandlung neurotischer Reaktionen des Kindes bis zum Alter von sechs bis acht Jahren kaum möglich ist, ohne eine Analyse der Eltern vorzunehmen. Das Kind reagiere mit seinem Unbewußten auf das Unbewußte der Eltern und gerate in Unsicherheit und Angst, wenn die Beziehungen der Eltern untereinander gestört sind. Manchmal genüge es schon, wenn die Eltern sich über ihre eigenen Schwierigkeiten klar werden und dem Kinde offen davon Mitteilung machen können. Nach Jung teilt die Verfasserin die Kinder in extro- und introvertierte Typen ein, bei denen jeweils das Denken, das Fühlen, das Empfinden oder das Intuieren vorherrschen könne. Man müsse bei jedem Kinde versuchen, die unterdrückte Sphäre zu ihrem Recht kommen zu lassen und dürfe vor allen Dingen nie den Fehler machen, die Intelligenz eines Kindes aus seinem Verhalten in der Schule allein zu beurteilen, sondern sich erst über den Typ des Kindes klar werden. — Mit besonderer Liebe zeichnet die Autorin kindliche Phantasien und zeigt auf, wie man nach Erlangung des Vertrauens des Kindes ohne jede Deutung mit Benutzung der Phantasiegestalten eine therapeutische Wirkung erzielen könne. Es wird überhaupt betont, daß man Deutungen nur in ganz geringem Umfange, möglichst aber gar nicht geben, sondern versuchen müsse, die unbewußten Fragen des Kindes direkt zu beantworten. Besonders wichtig sei dies für das Gebiet der Sexualität. Es sei nie zu früh, Kinder aufzuklären; man müsse die unbewußten Fragen des Kindes verstehen lernen, um ohne