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Der Autor stellt die individualpsychologische Auffassung der Impotenz dar und versucht, sich ernsthaft mit allen andern Auffassungen, vor allem mit der psychoanalytischen, auseinanderzusetzen. Nach Adler gibt es dreierlei Grundlagen für Impotenz.
Die Überzeugung: ich bin kein Mann, werde meine Überlegenheit nicht beweisen können. Ihr entspringen alle Sexualstörungen, die die Aufgabe haben, dem Kampf mit dem Partner auszuweichen und den Partner zu entwerten. Dies ist auch die Grundlage aller Perversionen, der Homosexualität, des Sadismus usw.
Die Angst vor der sexuellen Hingabe; man fürchtet, dadurch dem Partner zu nahe zu kommen, ihn nicht überwinden zu können. Hieraus entsteht die Impotenz gerade geliebten Partnern gegenüber, z. B. bei der Ehefrau. Hierher gehört auch Einsamkeit, übermäßige Onanie usw.
Die Angst vor der Sexualität überhaupt, weil die Sexualität als etwas Gefährliches und Erniedrigendes erlebt wurde; so bei später frigiden Frauen, die in der Sexualität die Ursache für die soziale Erniedrigung der Frau sahen, oder bei Knaben, die von älteren Schwestern in oft schmerzhafter Weise verführt wurden.
Diese dritte Grundlage hat enge Beziehungen zu den analytischen Beobachtungen über genitale Traumen und Kastrationserlebnisse überhaupt, die die analytische Theorie als eine Hauptursache sexueller Störungen ansieht. Es ist aber der Bereich des genitalen Traumas auf diese wenigen Möglichkeiten eingeengt, anscheinend wegen der plumpen Deutlichkeit des Zusammenhanges zwischen Trauma und Endeffekt.
Die. beiden ersten Gruppen lassen sich zu einer einzigen zusammenfassen: aus Angst vor einer Niederlage wird der Liebe ausgewichen. Bei dieser Betrachtungsweise wird also wieder der Machtwille in den Mittelpunkt der Beobachtung gezogen und das Streben nach sexueller Lustgewinnung völlig außer acht gelassen. Der sexuelle Akt werde unternommen, nur um über den Partner zu herrschen, nicht aus libidinösem Bedürfnis. Vom selben Gesichtspunkte aus wird die kindliche Entwicklung g