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Der Autor gibt zunächst einen historischen Überblick über die Entwicklung des Paranoiabegriffs bis zur Kraepelin schen Auffassung und einen Hinweis auf benachbarte Krankheitsgruppen: die zur Schizophrenie gehörige Dementia paranoides, die Paraphrenie, Friedmanns milde Paranoia, Gaupps abortive Paranoia und Kretschmers sensitiver Beziehungswahn. Nach zwei ausführlichen Krankengeschichten stellt Bouman seine eigene Paranoiaauffassung dar. Er sieht in dem paranoischen Wahn nicht nur eine psychologische Reaktion, sondern er nimmt eine biopsychische Störung als Grundlage des Wahns an, eine „unlösbare Verkrampfung“ als psychologisch nicht erfaßbares Kennzeichen der kranken Persönlichkeit. Für diese biopsychische Grundlage spreche die Erblichkeit der paranoischen Veranlagung. Bouman tadelt, daß Kretschmer durch psychologisches Erklären die Grenzen zwischen Normalem und Pathologischem verwische; den gleichen Vorwurf richtet er gegen alle, die die Paranoia nur charakterologisch erfassen möchten. Zwar gibt auch Bouman einige allgemeine charakterologische Kennzeichen der Paranoia: Verlust von Wirklichkeitssinn, schiefe Einstellung zur Sexualität, Selbstüberschätzung neben Minderwertigkeitsgefühlen, Fehlen von Humor, aber das spezifisch Pathologische in der Paranoia sieht