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Das vorliegende Buch stellt den ersten Teil eines dreibändigen Werkes dar, das über die psychologischen Ergebnisse eines psychoanalytisch-pädagogischen Versuches berichtet. In der 1924 gegründeten Malting House Scool in Cambridge, die drei Jahre hindurch unter der Leitung von Susan Isaacs bestand, wurden zwanzig Kinder im Alter von zwei bis zehn Jahren nach den freiesten Prinzipien erzogen. Verbote und Anordnungen wurden nur aus praktischen, nicht aus moralischen Gründen gegeben und dem Kinde immer genau erklärt. Nie wurde „Gehorsam“ gefordert. Die Kinder hatten in ihren Meinungsäußerungen volle, in allen anderen Dingen eine möglichst weitgehende Freiheit. Bemerkenswert ist die Feststellung, daß man Kindern auch in praktischen Dingen (Klettern, mit Feuer umgehen usw.) sehr viel mehr gestatten kann — natürlich unter Wahrung der nötigen Vorsichtsmaßnahmen —, als man gewöhnlich annimmt. Das Streben der Schule ging weniger dahin, den Kindern Kenntnisse beizubringen, als dahin, ihre Wißbegierde und Forschungslust anzuregen. Auf welche Weise und mit welch ausgezeichnetem Erfolge dies geschah, muß in dem Buche selbst nachgelesen werden. Pädagogisch wichtig scheint die Beobachtung, daß Kinder ursprünglich ein größeres Interesse für Tiere als für Pflanzen haben und daß der Zoologieunterricht deshalb dem Botanikunterricht vorausgehen sollte.
Susan Isaacs bringt eine reiche Auswahl aus ihren Stenogrammen, die die Aussprüche der Kinder wortgetreu wiedergeben. An Hand dieses Materials, das die von den Kindern gemachten Beobachtungen, Schlußfolgerungen, Überlegungen und Entdeckungen illustriert, erörtert sie die wichtigsten Theorien über die geistige Entwicklung des Kindes. Ausführlich setzt sie sich mit der Auffassung von Piaget auseinander. Sie hält eine zu weitgehende Verallgemeinerung der von ihm aufgestellten Entwicklungsphasen nicht für angängig. Einleuchtende Beispiele zeigen, wie beim Kinde eine gute Kenntnis der Realität mit magischem oder egozentrischem Denken einhergehe