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Frau Horney hat in der Internationalen Zeitschrift für Psychoanalyse einen aufschlußreichen Aufsatz zum Thema der Angst des Mannes vor der Frau veröffentlicht1, zu dem ich einen kleinen Ergänzungsbericht zu liefern in der Lage bin.
Die Verfasserin hält die Erklärung Freuds für die Angst des Mannes vor der Frau für ergänzungsbedürftig. Freud bezieht diese Angst auf den Kastrationskomplex und auf die realen Rachegelüste der Frau wegen der Defloration2. Dementsprechend übersehe er, daß die Tatsache des „Unentdecktbleibens“ der Vagina durch den Knaben nur eine Verschleierung seines Wissens um diese sein kann3. Demgegenüber stellt die Verfasserin fest, daß „nur die Angst (vor der Vagina selbst) ein genügend starkes Agens ist, um den Mann, den seine Libido doch zur Vereinigung mit der Frau drängt, von diesem Ziel fernzuhalten“ (S. 9). Da sich „diese Angst oft hinter einer auch vorhandenen Angst vor dem Vater resp. in der Sprache des Unbewußten: vor dem Penis in der Vagina der Frau“ versteckt, folgert sie mit Recht, „daß die männliche Angst vor der Frau = Mutter, resp. die Angst vor dem weiblichen Genitale die tiefer gelagerte, schwerer wiegende und meist energischer verdrängte ist als die vor dem Mann = Vater, — und daß das Suchen nach dem Penis der Frau in erster Linie einen krampfhaften Versuch darstellt, das unheimliche weibliche Genitale zu verleugnen“ (S. 10). Die von Freud beschriebene „phallische Phase“ der Genitalorganisation führe — nach K. Horney — bei genauerer Prüfung auch dazu, die Frage aufzuwerfen, „ob