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Dies Buch vermehrt die Zahl der dogmatisch vorgetragenen Darstellungen, die so etwas wie „Psychoanalyse für den Allgemeingebrauch“ zum Gegenstande haben. Das Bemerkenswerteste daran ist das Vorwort von Brill — eine maßvolle Erörterung über die Wichtigkeit der Charakterforschung — in Verbindung mit der Vorrede des Autors. Brill bemerkt, daß „die Methode, mit deren Hilfe der Autor die Charakteranomalien zu behandeln versucht, die besondere Aufmerksamkeit des Psychologen, des Soziologen und des interessierten Laien beanspruchen kann“. — Der Autor selbst stellt die Erklärung an den Anfang, daß „dieses Buch sich an die Mitglieder der Ärzteschaft wendet und an solche Laien, denen die Psychoanalyse nicht allzu fremd ist“. Trotz dieser Versicherung findet Referent im Text des Buches eine Menge Befremdendes, das sich auch mit dem Inhalt von Brills Vorwort schlecht verträgt. Überall finden sich Behauptungen, deren Inhalt reichlich unklar bleibt. Dies mag zum Teil wohl auf dem etwas zu weitgehenden Ehrgeiz des Verfassers beruhen, nichts, nahezu gar nichts unerwähnt zu lassen und außerdem auf dem allzu großzügigen Gebrauch, den er von Wendungen wie: „naturgemäß“, „wie wir wissen“, „daher also“, „offenkundig“, „natürlich“ usw. macht. Wir lesen in der Einführung: „Vom Standpunkt des Neurotikers aus erscheint es als eine Ungerechtigkeit, daß unser soziales Leben dank seiner Organisation nur den Gesunden und Befähigten als integrierendes Element anerkennt, während der Schwache automatisch ausgeschaltet wird …“
„… eine kritische und richtunggebende Tendenz in dem Kinde selbst, die der Keim seines Über-Ichs ist“ (S. 10). „Das Es ist das chaotisch-ungeordnete Sammelbecken aller Triebe und das Zentrum aller seelischen Energie… Diese drei Kräfte müssen, wenn nötig, zu einer harmonischen Zusammenwirkung gebracht werden…“ (S. 11). „Richtige Sublimierung ist der Weg, auf dem drängende Instinkte der Gesamtpersönlichkeit eingegliedert werden sollten“ (S. 14). „… die Phantasien der Kindheit fi