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Die Berechtigung, von neuem eine Übersicht über ein Gebiet zu geben, das einen so weiten Rahmen umspannt, wie er im Titel angeführt ist, kann sich heute nur dann ergeben, wenn sich nachweisen ließe, daß in einem dieser Wissensgebiete Fortschritte erzielt worden sind, deren Zusammenfassung von Vorteil für beide Forschungsgebiete wäre.
Vor kurzem hat Freud in einer Aussprache bemerkt, daß die Arbeit in der Analyse mit doppelten Kräften weitergeführt werden müsse, da die biologische Medizin der Analyse auf den Fersen sei. Darunter kann man nur verstehen, daß es der biologischen Forschung gelungen ist, eine Reihe von psychischen Vorgängen biologisch aufzuklären, die vorher nur dem psychologischen Verständnis zugänglich waren. Es stünde daher zu befürchten, daß durch Entdeckungen auf medizinischem Gebiete das „Seelische“ früher erfaßbar würde, bevor das psychoanalytische Gebäude vollständig aufgerichtet ist, und daß die Erfolge der organischen Therapie der psychoanalytischen Therapie und damit auch der psychoanalytischen Forschung den Boden vorzeitig abgraben würden.
Es erscheint daher notwendig, auf medizinischem Boden stehend, den Blick gegen die Analyse gerichtet, in kurzen Zügen eine Übersicht darüber zu geben, was sich an der Grenzscheide zwischen diesen beiden einander so nahen und doch geschiedenen Forschungsgebieten im letzten Jahrzehnt ereignet hat. Ich sage im letzten Jahrzehnt, weil es fast auf den Tag 10 Jahre her sind, daß an dieser Stelle von mir wieder das Thema „Organische Vorgänge und psychoanalytisches Geschehen im Menschen“ angeschnitten wurde. Den Auftakt