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Seit Jahren äußerte Simmel zu wiederholten Malen Annahmen über eine intestinale Libidobesetzung von spezifischer Bedeutung und versuchte die Beweise dafür zusammenzubringen aus tiefen analytischen Bemühungen, aus der Berücksichtigung der psychophysischen Erregungsvorgänge am gesamten Intestinaltraktus und aus theoretischen, konstruktiven Aufstellungen. Diese letzteren mußten dazu führen, Abänderungen an unserer Libidotheorie vorzunehmen, eventuell die Anzahl der uns bekannten Entwicklungsstufen zu vermehren. Ich selbst bin der Notwendigkeit einer postnatalen, der bisherigen frühesten (oralen) vorangehenden Phase nähergetreten, seitdem es mir gelingt, eigene, früher publizierte Befunde über Todes- (Sterbens-) und Erstickungsangst in einer einheitlichen synthetischen Konzeption zu verarbeiten. Meine damalige Hauptthese — „daß die Angst vor der Erstickung jeder Todesangst zugrunde liege und eigentlich der archaischeste Angstinhalt überhaupt sei“ — hat durch die Aufnahme in Fenichels Lehrbuch2 Anerkennung gefunden, auch bestätigen mir viele Analysen immer wieder ihre Stichhaltigkeit. Sie ist am besten zu begreifen, wenn man sich die zeitliche Tiefe der betreffenden Fixierung vergegenwärtigt. Denn das von mir beschriebene Erleben kommt am wirksamsten in der ersten Lebenszeit, vielleicht in den allerersten Lebenstagen zur Geltung, da die Erstickungsgefahr vom Ich in vollem Bewußtsein wahrgenommen wird.3 Dasselbe kann man behaupten von der in Gang gesetzten Darmtätigkeit, da schon in den ersten 24 Stunden mehrere Darmentleerungen (Kindspech) stattfinden und auch nachher sehr