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Das Studium der psychoanalytischen Ansichten über den Alkoholismus und andere Süchte zeigt, so scheint es mir, sehr klar die verschiedenen Tendenzen, die jeweilig in der psychoanalytischen Lehre und Forschung vorherrschten. Es wäre verzeihlich, wenn diejenigen, deren Interesse an der Psychoanalyse verhältnismäßig neuen Datums ist, also etwa auf das Erscheinen von „Jenseits des Lustprinzips“ zurückgeht, meinten, daß der Sadismus und die aggressiven Triebregungen neue Entdeckungen seien. Diese Ansicht ist nicht ganz ungerechtfertigt; die vom weiteren historischen Standpunkt aus betriebene Lektüre der psychoanalytischen Deutungen zeigt, daß das Moment des Sadismus zwar auch in früheren Zeiten anerkannt wurde, daß aber seine Bedeutung als ätiologischer Faktor zufolge einer gewissen Voreingenommenheit zugunsten der vorwiegend libidinösen Faktoren doch nicht genügend gewürdigt wurde. Man darf wohl heute die Psychoanalytiker mit einem gewissen Recht in zwei Gruppen einteilen; in jene, die — wenn man so sagen darf — mit der Lehre des Sadismus aufgewachsen sind, und in jene, die noch stärker unter dem Einfluß der früheren Entdeckungen über die Verzweigungen der rein libidinösen Regungen und die Wirkungen der libidinösen Entbehrungen stehen.
Es ist nun interessant festzustellen, daß die erste Phase der Erforschung der Sucht in eine Periode fiel, in der die psychoanalytische Forschung mehr oder minder auf ein Ziel gerichtet war. Die Psychoanalyse ging das Problem der