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An anderer Stelle1 habe ich über die Lernschwierigkeiten eines 16jährigen Jungen berichtet, die durch die Verdrängung seiner Aggressionsneigungen bedingt waren. Ein Traum, den er in der letzten Phase seiner Analyse träumte, ermöglichte einen Einblick in die tieferen Gründe seiner Prüfungsangst.
Er erzählte zu dieser Zeit in der Analyse immer wieder von seinem Freund Oskar. Er forderte, daß er und sein Freund in allem gleich seien, er dürfe ihn in nichts übertreffen, — denn sonst wäre es keine wahre Freundschaft. Es drückte ihn z. B. sehr, daß er bessere Lateinaufsätze schrieb als Oskar. Er meinte auch, daß er Oskar nicht zu seiner Meinung bekehren, ja ihm nicht einmal helfen dürfe, denn dadurch würde er seine Überlegenheit beweisen. Herbert hatte im Alter von fünf Jahren eine kleine Freundin gehabt, die er zärtlich liebte, und wir hatten in der Analyse festgestellt, daß Oskar für ihn die Rolle dieses kleinen Mädchens übernommen hatte. Ich äußerte nun die Vermutung, daß er darum so ängstlich bemüht sei, jede feindselige Regung gegen Oskar zu unterdrücken, weil er fürchte, daß sich sonst seine sadistischen Phantasien, die er Mädchen gegenüber gehabt hatte, auch Oskar gegenüber durchsetzen könnten.
Herbert hatte sich schon vor längerer Zeit erinnert, daß er im Alter von zwölf Jahren ausschweifende Phantasien gehabt hatte. Damals hatte er sich vorgestellt, daß er Frauen oder Mädchen vergewaltige, ihre Brüste zerkratze und beiße. Auf meine Vermutung, daß die übertriebene Liebe zu Oskar zur Abwehr solcher sadistischer Regungen diene, erinnerte sich Herbert plötzlich an einen Traum, den er im Alter von zwölf bis dreizehn Jahren wiederholt gehabt hatte: Es brennt im Schulhof, an einer bestimmten Stelle, gegenüber vom Turnsaal. Er erzählte weiter, daß er, als er las, daß die Brüder Sass2 einen unterirdischen Gang gegraben hätten, sich