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gehalten im Rahmen des Lehrinstituts der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung am 18. November 1932
Die Psychoanalyse als Heilverfahren bei Psychosen gestattet zwei Wege. Man kann die gleiche Technik wie bei den Übertragungsneurosen verwenden und rechnet dann mit einer Verschlechterung der Komplexbeherrschung in Form akuter psychotischer Zustände, die auch eine Internierung nötig machen können, in der Annahme, daß diese Verschlechterung auf jeden Fall eingetreten wäre, und daß sie mit einem besseren Gleichgewichtszustand und einem größeren Aktionsradius der Persönlichkeit wieder ausheilen werde, als es ohne Analyse geschehen wäre. Solange wir aber, trotz großer Fortschritte im Verständnis der psychischen Klinik der Geisteskrankheiten, den Verlauf so schlecht zu prognostizieren vermögen, daß auch größte Empiriker arge Fehlprognosen stellen, habe ich den zweiten Weg für den richtigen gehalten, der die Verschlechterungen nach Möglichkeit soweit einschränkt, daß die Capitis diminutio durch die Verwahrung in einer geschlossenen Anstalt möglichst vermeidbar bleibt. Als Preis dafür mußte ich auf die Vollständigkeit der Analyse und auf die unpersönliche Haltung des Analytikers während derselben verzichten.