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Der Autor hat sich die Aufgabe gestellt, das gesamte Tatsachenmaterial über die psychischen, nervösen und körperlichen Erscheinungen bei Bewußtseinsstörungen zusammen zufassen, und zwar vorwiegend unter dem Gesichtspunkt seiner diagnostischen Verwertbar keit. Bei so weiter Problemstellung fällt natürlich ein sehr großer Teil aller Fragen, die sonst in der allgemeinen und speziellen Psychiatrie abgehandelt werden, in den Rahmen des Buches. In einer allgemeinen Symptomatologie der Bewußtseinsstörungen werden zunächst die einzelnen psychischen Zustandsbilder (Schlaf, Traum, Hypnose, Dämmerzustand, Ratlosigkeit usw.) besprochen, dann die neurologischen und die übrigen körperlichen Begleiterscheinungen, schließlich das Unbewußte und die Beziehungen der Bewußtseinsstörungen zu Gehirnvorgängen. Der zweite Teil befaßt sich mit der Symptomatologie im einzelnen. Der Grundgedanke des Buches: daß der Art der Bewußtseinsstörung die größte Bedeutung für Diagnose und Verständnis der psychopathologischen Vorgänge zukommt, ist an sich gewiß richtig; im Umkreis dieses Gedankens bringt der Autor auch eine große Zahl von wertvollen Tatsachen und Gesichtspunkten. Seine Anschauung von der wissenschaftlichen Belanglosigkeit der inhaltlichen Gegebenheiten besteht jedoch nicht zu Recht; Inhalte sind nicht „zufällige“ Begleiterscheinungen. — Von Psychoanalyse ist in dem Buche wenig die Rede. So erfährt der Leser von der analytischen Traumdeutung nur, daß ihre Darstellung zu weit führen und nicht in den beabsichtigten Rahmen passen würde; in der Literatur zum Traumproblem fehlt Freuds „Traumdeutung“ ! Das Kapitel über unbewußtes Seelenleben gibt zwar einige Bemerkungen über Verdrängung, Abreagieren usw., die grundsätzlichen Fragen, die sich hier aus dem Thema des Buches ergeben müßten, werden jedoch nicht in Angriff genommen.
Heins Hartmann (Wien)