You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Unger hat, ausgehend von der Tatsache, daß die Psychotherapie, obwohl vorerst ein teure Behandlungsmethode, dennoch schneller und billiger zur Heilung führt als die üblichen Palliativmethoden, durch das Entgegenkommen der Landesversicherungsanstalt Sachsen die Heilstätte Hohenpeissenberg als ein Sanatorium für klinische Psychotherapie eröffnen können Es können gleichzeitig 17 Kranke und so bei einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von acht Wochen im Jahre rund 100 Fälle behandelt werden. Bis zur Beendigung des vorliegenden Berichtes waren 160 Kuren abgeschlossen. Als Behandlungsmethode dazu geeigneter Fälle bedient sich Unger in erster Linie einer die Erkenntnisse der Psychoanalyse verwendenden Methode. Außerordentlich brauchbar erwies sich ihm das kathartische Verfahren (nach Breuer-Freud und Ludwig Frank). Einzelsuggestion und therapeutische Hypnosen werden seltener angewandt, stets aber eine allgemeine Entspannungsbehandlung. Genaue körperliche Diagnose und entsprechende Behandlung sind Voraussetzung. Aus den Ergebnissen, die der Autor selbst sehr kritisch beurteilt, teilt er Einzelheiten mit über Störungen des „Autoritätserlebens“ durch Fixierung an den Vater, über Spätfolgen des Kriegserlebens über Behandlungsversuche bei Schizoiden und Introvertierten, bei „Entmutigungsneurosen“. Der Autor betont, daß er sich bewußt sei, daß ein Teil der Erfolge reine Übertragungserfolge seien, daß es ihm aber immerhin gelungen sei, die Patienten auch für lange Zeit nach der klinischen