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Vor einigen Jahren habe ich bei einem Symposion der Psychiatric Section der Royal Society of Medicine die Prophezeiung gewagt, daß die Zukunft der Psychiatrie — Diagnose, Prognose und Therapie — an die Zukunft der Psychoanalyse des Kindes gebunden sein wird. Angesichts der damaligen Rückständigkeit der wissenschaftlichen Psychiatrie konnte man diese Behauptung verhältnismäßig leicht aufstellen und belegen. Heute aber, nachdem Frau Melanie Klein ihre Untersuchungen fortgesetzt und sie in diesem zusammenfassenden Buche veröffentlicht hat, steht der Referent vor der schwierigeren Aufgabe, die Bedeutung ihrer Funde für die Psychoanalyse selber einzuschätzen. Und da stehe ich nicht an zu erklären, daß ihnen in zwei Hauptpunkten grundlegende Bedeutung für die Zukunft der Psychoanalyse zukommt. Das Buch enthält nicht nur einzigartiges Material, welches durch unmittelbare analytische Beobachtung an Kindern gesammelt wurde, sondern es kommt auch zu bestimmten Folgerungen, welche die Theorie und Praxis der Analyse für die Zukunft beeinflussen müssen. Es kann schon nach dem ersten Lesen mit Sicherheit gesagt werden: selbst wenn ihre Anschauungen — wie zweifellos zu erwarten ist — in den analytischen Zentren verschieden starken Widerspruch erregen werden, wird die unbedingt zur Äußerung kommende Diskussion dazu beitragen, daß Divergenzen in der Analyse zutage treten werden, welche bisnun im Dunkel geblieben sind, weil man zu sehr bereit war, über schwierige Punkte der als Standard geltenden Theorie beschönigend hinwegzugleiten. Und schon das ist kein geringer Beitrag zu jeder wissenschaftlichen Forschung.
Wenngleich es unmöglich ist, all die überaus zahlreichen Mitteilungen, die das Buch enthält, auch nur aufzuzählen, ist es doch wesentlich wichtig, die Wiedergabe der wichtigen Stellungnahmen einem Referate vorauszuschicken. Diese Aufgabe ist nicht schwer, weil frühere Mitteilungen der Verf. uns mit ihrer Arbeit vertraut gemacht haben. Denn das Buch bringt größtenteils erweitert