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Dem Primitiven ist die Welt voll von Dämonen und Geistern, die ihn genau so bedrohen wie den Paranoiker seine Verfolger. Auch die psychischen Mechanismen, die Dämonenglauben und Verfolgungswahn erzeugen, sind, meint Schmideberg, weitgehend identisch und nur zu verstehen aus der merkwürdigen Denkwelt jener primitiven Entwicklungsstufen von Ich und Libido, die auf „Einverleibung“ der Objekte ausgehen, von den introjizierten Objekten dann Talionsstrafen für ihre Zerstörung erwarten und trotz Zeichen von narzißtischer Liebe zu den Introjekten allerhand, oft mißlingende Versuche machen, sich der quälenden Introjekte durch neuerliche Projektionen (Dämonen, Verfolger) oder durch Einverleibung neuer, „guter“ Objekte zu erwehren, die die „schlechten“ im Innern des Leibes neutralisieren. Die Schwierigkeiten, derartiges Fühldenken in Worten wiederzugeben, ist bekanntlich groß. Das muß man der oft allzu anthropomorph klingenden Ausdrucksweise der Autorin zugute halten.
Interessant ist das beigebrachte Material zur Angst vor dem Introjekt. Diese erklärt die primitiven Auffassungen über Krankheit (Kranksein = Besessensein, Krankheitsangst = = Angst, von innen her aufgefressen zu werden), die angebliche hypochondrische Einstellung vieler Primitiver (eine Bestätigung der Gleichung hypochondrisch affiziertes Organ = intro-jiziertes Objekt), die aus vielfachen Phantasien und Handlungen sich erweisende Neigung zur überkompensierenden, gehorsamen passiv-homosexuellen Hingabe, die Ambivalenz gegenüber den Dämonen und ihren irdischen Vertretern, den Medizinmännern. Dieser letzte Punkt gibt der Autorin Gelegenheit zu Überlegungen über die Geschichte der Medizin, deren magische Ursprünge von den Vorstellungen der „bösen“, resp. der wiedergutmachenden „guten“ oralen, analen, urethralen und auch epidermalen (Amulett!) Einverleibung beherrscht seien. Diese magischen Ursprünge seien in Therapie und wissenschaftlicher Forschung noch heute nachweisbar und haben religiöse Analoga: der primitiven S