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Sieht man einmal die vielen wichtigen Beiträge genauer an, die in den letzten zehn Jahren — hauptsächlich von weiblichen Analytikern — zu den ziemlich dunklen Problemen der frühen Sexualentwicklung der Frau gemacht worden sind, so ist eine unleugbare Disharmonie zwischen den verschiedenen Autoren zu bemerken, die sich übrigens auch auf dem Gebiet der männlichen Sexualität zu zeigen beginnt. Die meisten dieser Autoren sind löblich bemüht, die Übereinstimmungen mit ihren Kollegen zu betonen; so kommt die Tendenz zur Meinungsverschiedenheit nicht immer zum vollen Ausdruck. Meine Absicht aber ist es, sie hier rückhaltlos zu untersuchen und, wie ich hoffe, herauszukristallisieren. Wenn Verwirrung herrscht, ist es gut, sie zu klären; wo es sich um Meinungsverschiedenheiten handelt, sollten wir es fertig bringen, durch ihre klare Definition interessante Fragestellungen für unsere weitere Forschung zu gewinnen.
Zu diesem Zweck wähle ich mir die phallische Phase. Dieses Thema ist zwar ziemlich abgegrenzt, aber wir werden sehen, daß es sich in die meisten ungelösten Tiefenprobleme hinein verzweigt. In einem Vortrag, den ich 19272 auf dem Innsbrucker Kongreß gehalten habe, habe ich vorgeschlagen, die phallische Phase in der weiblichen Sexualentwicklung eher als eine sekundäre Lösung eines psychischen Konfliktes zu betrachten — die defensiver Natur ist — als als einen einfachen, unmittelbaren Entwicklungsprozeß; im vergangenen