You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die grundlegenden Arbeiten von Freud, Abraham, Radó und anderen gewährten uns einen tiefen Einblick in die Vorgänge der Melancholie. Erst nachdem man dieses Zustandsbild verstanden hatte, versuchte man, Schlüsse auf die manischen Zustände zu ziehen. Es ist jedoch — wie auch Freud betont — nicht gelungen, eine befriedigende Einsicht in den Mechanismus der Ablösung einer Melancholie durch eine Manie zu bekommen. Nun wissen wir, daß die manisch-depressiven Psychosen eine ganze Skala von Varianten bieten und daß im Verlaufe der Melancholie der sogenannte manische Triumph“ auch ganz entfallen kann. Außerdem kennen wir Fälle, in denen die Aufeinanderfolge der typischen Gegensatzbilder, Melancholie-Manie, verwischt ist, und zwar entweder durch den Ausfall des einen oder des anderen Zustandsbildes oder durch die Einschaltung von Zuständen, die in ihren Symptomen weder dem einen noch dem anderen Krankheitsbild ganz entsprechen (Mischzustände).
Während der analytischen Behandlung von zirkulären Psychosen kann man Vorgänge beobachten, die solchen Zwischenbildern entsprechen, und ich glaube, daß ihre Beobachtung uns dem Verständnis der manischen Zustände näherbringen kann.
So hat z. B. Radó in besonders eindrucksvoller Weise ein Vorstadium der melancholischen Depression beschrieben, in dem sich die Aggressionen des