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Freud hat mehrfach auf die bekannte Tatsache aufmerksam gemacht daß Fehlhandlungen in hohem Maße „ansteckend“ sind.1 Ich glaube, durch die Mitteilung und Erklärung von zwei Fällen solcher Art ein wenig zur Diskussion über diese „Ansteckung“2 beitragen zu können.
Ich bin eines Abends bei Herrn B. eingeladen, der ein eitler und kleinlicher Mensch ist und — obwohl er ziemlich unwissend ist — großen Wert darauf legt daß man ihn für sehr gebildet hält. Als ich bei B. ankam, waren schon viele Gäste anwesend, aber es wurden noch mehr erwartet. Während der Unterhaltung fällt mir plötzlich ein, daß ich meine Brieftasche im Überrock vergessen habe. Ich stehe unauffällig auf, gehe in das Vorzimmer — dort ist es aber finster und ich finde den Schalter nicht. Ich bin sehr erstaunt darüber, daß man das Licht hier schon ausgelöscht hat, da ja noch Gäste kommen sollen. Ich denke: Diese Art von Sparsamkeit ist wirklich kleinlich. (Die oft verspottete Kleinlichkeit von B. hat auch im Vergessen der Brieftasche eine Rolle gespielt — auf die Analyse dieser Fehlhandlung gehe ich aber hier nicht ein.) Ich gehe in das Zimmer zurück; der Hausherr, der inzwischen meine Abwesenheit bemerkt hat, kommt mir entgegen und fragt, ob ich etwas suche. Ich antworte: „Ich habe etwas im Vorzimmer vergessen. Bitte, zeigen Sie mir doch, wo sich der Schalter befindet, es ist nämlich draußen kleinlich… ach, ich wollte sagen, kein Lieh t.“ Ich erschrecke über dieses Versprechen;, die Miene von B. beruhigt mich aber, er. hat nichts gemerkt, und selbst wenn er etwas gemerkt hätte, könnte er das Versprechen wohl nicht verstehen — er hat keine Ahnung von Psychoanalyse und würde das Ganze dem Zufall zuschreiben. Zu meinem größten Erstaunen begeht aber B. während des Abends mehrere Fehlhandlungen, die als Antwort auf mein Versprechen aufgefaßt werden müssen. Er will mir Feuer zum Anbrennen meiner Zigarette reichen und zündet dabei „zufällig“ zwei Streichhölzer auf einmal an und verbrennt mir so die Hand. Diese Feh