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gehalten in der Ungarischen Psychologischen Gesellschaft am 25. Februar 1933.
Die psychoanalytische Charakterforschung war von Anfang an rein induktiv, rein klinisch. Ihre Studienobjekte waren die einzelnen Charakterzüge des Menschen, ihr Ziel die Analyse der geschichtlichen Entwicklung des individuellen Charakters. Weiterbauend auf diesen klinischen Erfahrungen gelang es dann, einige allgemeingültige Gesetze der Charakterbildung zu beschreiben.
Der Ursprung der Charakterzüge ist immer eine Sicherung gegen die durch verschiedene unlustvolle Einwirkungen hervorgerufene Angst. Dann bleibt die Aufgabe des entstandenen Charakterzuges, die automatische Vermeidung dieser Gefahrsituationen zu sichern; dadurch bedeutet aber jeder Charakterzug eine mehr-minder weitgehende Einschränkung der Liebes- und Genußfähigkeit. Das Ziel der psychoanalytischen Therapie des krankhaften Charakters ist: die den Charakterzug bedingende Angst und die dahinter verborgene unlustvolle Situation aufzudecken, mit dem Patienten eine neue, ökonomischere Erledigung dieses Konfliktes zu finden und dadurch in ihm statt des bisherigen starren, der Realität nur schwer sich anpassenden Charakterzuges eine elastischere, praktisch bessere Existenzmöglichkeit auszubilden.