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Aschner hat zweifellos recht: es kann nicht oft genug betont werden, daß die Medizin bis vor etwa 100 Jahren ausschließlich aus Humoralpathologie und -therapie bestand und die Kranken dennoch geheilt wurden. Dies mit einigen volltönenden Worten, wie Suggestion, Spontanheilung usw., einfach abzutun, wie es die heutige Schulmedizin tun möchte, ist sicher nur Überhebung. Es hängt natürlich mit dieser Bestrebung zusammen, daß die heutigen Mediziner die Geschiche ihrer eigenen Kunst fast gar nicht kennen; die heutige stolze Klinik schämt sich ihrer Vergangenheit, und wenn es ihr möglich ist, schweigt sie darüber. Zuzugeben, daß es Zeiten gab, wo selbst die Professoren Mittel verschrieben, welche experimentell an Tieren oder im Laboratorium nicht ausprobiert waren; dies wäre zuviel von ihr verlangt. Und dennoch fühlen sich einige Überbleibsel aus dieser vergangenen dunklen Epoche noch ganz so munter, und man ist sogar gezwungen zu gestehen, daß in der letzten Zeit sich diese eines immer reger werdenden Interesses freuen können. Da ist vor allem der Aderlaß und seine Verwandten (Blutegel, Schröpfköpfe), dann die Balneotherapie, die ganze Dyskrasielehre samt aspezifischer Immunisierung, Reizkörpertherapie, Sensibilisierung und Desensibilisierung, weiter die homöopathischen Joddosen, die vielen Diätotherapien, wie z. B. die nach Gerson-Sauerbruch usw. Dies alles fügt sich nur sehr widerspenstig in den Rahmen der heutigen, auf der pathologischen Anatomie gebauten, lokalisatorischen Medizin. Diese Medizin sagt zwar immer und immer von sich, daß sie den ganzen Menschen behandelt; wenn man ihr aber genauer zusieht, da stellt es sich heraus, daß ihre ganze rationelle Therapie nur gegen einige krankhaft veränderte Partialfunktionen wirksam ist, eben weil sie ausschließlich auf die pathologische Physiologie basiert wurde. Ist der ganze Mensch krank, wird es also tatsächlich notwendig, den ganzen Menschen zu behandeln, so kann sie nur eine sehr armselige Allgemeintherapie ins Feld f