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Der in der „Berliner Arbeitsgemeinschaft von Medizinern und Theologen“ gehaltene Vortrag gibt die in dem Buch „Die seelischen Heilmethoden des Arztes“ (Stuttgart , ref. diese Ztschr., Bd. XVIII) dargelegten Auffassungen des Autors über das Neurosenproblem kurz wieder. Wenngleich der Autor die Erkenntnisse der Psychoanalyse sich im einzelnen und allgemeinen zu eigen gemacht hat, so hält er doch naturwissenschaftliche Erklärungsweisen für sich allein nicht für ausreichend, „Probleme, die den Menschen als Person betreffen“, zu lösen, legt vielmehr der Neurose einen metaphysischen Sinn unter und findet so eine Möglichkeit der Übereinstimmung mit der theologischen Auffassung von der Krankheit (als einer Heimsuchung, eines Mittels zur sittlichen Vertiefung und Reifung des betroffenen Menschen): „Der neurotische Mensch ist hiernach zwar von seiner Krankheit heimgesucht, aber zugleich mit der Fähigkeit und Aufgabe bedacht, sich durch ihren Druck zu der in ihm gelegenen Höchstleistung zu entfalten und … in schwerem Ringen aus dem Heimgesuchtsein ein Ausgewählt- oder Begnadetsein zu gestalten.“
O. Isakower (Wien)