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Peritz gibt im ersten Teil einen Überblick über den heutigen Stand der Anatomie, Physiologie, Biologie, Psychologie und Vererbungslehre, soweit ihre Ergebnisse für den Kinderarzt wichtig erscheinen, und schildert dann die allgemeine Symptomatologie und Diagnostik der Nervenkrankheiten im Kindesalter. Im zweiten Teil sind eingehend dargestellt die Krankheiten des Gehirns, Rückenmarks, der Nerven außerhalb des Zentralnervensystems, der inneren Drüsen, ferner die Neurosen und Psychosen des Kindesalters. Der Verfasser verfügt über reiche Erfahrungen auf Grund eigener Forschung, vor allem über Konstitutionspathologie und Hormontherapie.
Er geht eigenmächtige und wissenschaftlich noch sehr umstrittene Wege bei der systematischen Einteilung der Krampferkrankungen. Die Epilepsie rechnet er z. B. zu den Endokrinosen.
Für uns ist seine Stellung zu Freud und zu Fragen der Erziehung von Interesse. Schon einleitend betont der Autor, daß man ihm vielleicht manche Einseitigkeit vorwerfen könne, er versuche aber, Freud gerecht zu werden, lehne jedoch seine Therapie für das nervöse Kind ab.
Bei Besprechung der Diagnostik des psychischen Infantilismus weist der Autor auf die psychoanalytischen Anschauungen hin, verwertet sie aber in keiner Weise bei der Therapie. Für die Auffassung der Neurosen hält der Autor die Konzeption der Tiefenperson von Kraus für wesentlich fruchtbarer als Freuds Libidolehre.
Kennzeichnend für die verfehlte Auffassung des Autors ist folgende Stelle: „Freud Kennt als Quelle der Neurosen nur einen Trieb, die Libido, den Sexualtrieb, und die