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Die Psychoanalyse, die durch Aufhebung von Verdrängungen mittels Überwindung von Widerständen und Auflösung der Übertragung Neurosen heilt, weiß sehr gut, daß auch andere psychotheuapeutische Maßnahmen Neurosen günstig beeinflussen können und will auch diese anderen Beeinflussungen mit ihrer Theorie erfassen. Ein besonderes Problem stellen nun die „fehlerhaften Analysen“; wir wissen, daß die Überwindung
der Widerstände und die Aufdeckung der Übertragung einer besonderen Exaktheit der Deutungen in dynamischer und ökonomischer Hinsicht bedarf, daß aber denncch auch beiläufige Deutungen Wirkungen zeigen. Das Problem, das Glover sich vorlegt, lautet: Welcher Natur sind diese Wirkungen? Mit dem Fortschritt der psychoanalytischen Wissenschaft müsse, meint er, das, was früher Psychoanalyse hieß, immer mehr zu dem Gebiet der Wirkung „inexakter Deutungen“ gerechnet werden. — Die erste Antwort, mit der Glover es versucht, lautet: Es komme auf die Vorgeschichte der Effekte an. Die Entdeckung neuer Phantasiebereiche ermögliche eine vielseitigere, raschere ziel bewußtere Erfassung dieser Vorgeschichte überhaupt, erfaßt wurde sie aber auch schon früher. — Diese Auskunft genüge aber, so wird weiter ausgeführt, nicht. Es sei doch auch so, daß bestimmte Neurosen ganz bestimmten Entwicklungsstadien der Libido zugeordnet sind. Wie konnten sie analytisch geheilt werden, bevor diese Entwicklunesstadien wissenschaftlich bekannt waren? Waren es nicht Übertragungserfolge, das heißt solche, die in Wahrheit nicht mit einer Aufhebung, sondern mit einer Stärkung der Verdrängungen einhergingen? — Durch die Erinnerung an den Umstand, daß Neurosen im Grunde Selbstheilungsversuche sind, macht es Glover wahrscheinlich, daß es der psychische Apparat fertigbringt, manche inexakte Deutungen vorläufig auszunutzen, indem er sie als eine Art von Verschiebungsersatz für das nicht aufgedeckte Unbewußte verwendet. Wir hätten dann ein Mittelding zwischen Übertragungserfolg und analytischem Erfolg vor uns.