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„Der Wegfall eines starken Vaters in der Kindheit begünstigt nicht selten die Inversion“;3 das ist eine Erfahrung, welche seit vielen Jahren von allen Analytikern immer wieder bestätigt worden ist. Hingegen hat Hárnik auf der Dresdner Tagung der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft darauf hingewiesen, daß männliche Homosexuelle zuweilen einen starken, vielleicht brutalen Vater haben. Der erste Patient, bei welchem ich zu Beginn meiner analytischen Praxis ein ungewöhnlich hohes Maß von, ihm freilich nicht bewußter, Zuneigung zum eigenen Geschlecht bemerken konnte, hatte einen ungewöhnlich egoistischen und brutalen Vater gehabt, welcher sich im Familienleben jede Freiheit und ein häufiges Sichhinwegsetzen über die Schranken der in seinen Kreisen sonst üblichen gesellschaftlichen Formen gestattet, aber von seinen Familienangehörigen unbedingte Pflichterfüllung und ein ständiges Einhalten aller Gebote von Zucht und Ordnung verlangt hatte. Er hatte sich fast gar nicht um meinen Patienten gekümmert, ihn aber mit drakonischen Mitteln angehalten, seine Schulaufgaben zu erledigen. Auf diesen Patienten traf zu, was ich in meiner Studie über „Kindheitskonflikte und Homosexualität“4 gesagt habe: „Wenn dem Sohn jeder Lebensgenuß vorenthalten wird, ihm nur Arbeiten und Pflichten vom Vater gepredigt werden, so kann in ihm die Freude am Leben, auch am sexuellen Genuß ertötet werden. Der Sohn kann in dem Maße eingeschüchtert werden, daß er sich