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Ich müßte zuerst einiges als captatio benevolentiae sagen, weil ich Ihre Zeit für zwei Krankheitsfälle in Anspruch nehme, die als organisch-funktionell bedingte Zustände nicht in das engere Arbeitsgebiet der Psychoanalyse gehören und auch nicht psychoanalytisch behandelt worden sind. Es sind zwei Fälle von Thyreotoxicosen, die aber durch ihren in kurze Zeit gedrängten Ablauf und durch die relative Übersichtlichkeit ihrer Mechanismen so vieles boten, was auch den Psychoanalytiker interessieren kann, daß ich mich entschlossen habe, sie hier zu veröffentlichen.
Die Literatur der Thyreotoxicosen ist schier unendlich; aber die Angaben und Veröffentlichungen über die psychischen Zustände bei denselben bewegen sich meistens in allgemeinen Beschreibungen. Es ist bekannt, daß thyreotoxische Zustände, also Zustände, die als Folge der gesteigerten Funktion der Schilddrüse anzusehen sind, mit verschiedenen nervösen und seelischen Veränderungen einhergehen. Psychische Unruhe, Steigerung des psychischen Tempos, gesteigerte Reaktion auf seelische Eindrücke mit raschem Gedankenablauf, mit Ideenflucht, Neigung zu plötzlichem Stimmungswechsel, bald unmotiviert heitere Euphorie, bald Melancholie und Depression sind die Charakteristika der hyperthyreotischen Zustände. Es gibt auch echte psychotische Zustände, von denen eine sehr große Prozentzahl der Fälle das manisch-depressive Zustandsbild zeigt. Nach den Angaben von Parhon1 waren von 86 Basedow-Psychosen 57 manisch-depressiv. Es besteht eine gewisse Unklarheit darüber,