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Nach einer Bemerkung des alten Kinderarztes Lindner entdeckt das Kind die lustspendende Genitalzone — Penis oder Klitoris — während des Wonnesaugens (Lutschens). Ich will es dahingestellt sein lassen, ob das Kind diese neugewonnene Lustquelle wirklich zum Ersatz für die kürzlich verlorene Brustwarze der Mutter nimmt, worauf spätere Phantasien (Fellatio) deuten mögen. Kurz, die Genitalzone wird irgendeinmal entdeckt …
Die orale prägenitale Organisationsstufe wurde — wie alle großen Funde in der Analyse — von Freud entdeckt. Der Sinn derselben ist, daß die Mamma für das Kind nicht nur ein kalorien-, sondern auch ein lustspendendes Organ darstellt.1
Abraham2 unterteilte die orale Stufe in zwei Teile:
Wir werden somit genötigt, ganz wie zuvor im Bereich der analsadistischen, jetzt auch im Bereich der oralen Entwicklungsphase eine Stufung anzunehmen. Auf der primären Stufe ist die Libido des Kindes an den Saugeakt gebunden. Dieser ist ein Akt der Einverleibung, durch welchen aber die Existenz der nährenden Person nicht aufgehoben wird. Das Kind vermag noch nicht zwischen seinem Ich und einem Objekt außerhalb desselben zu unterscheiden. Ich und Objekt sind Begriffe, welche dieser Stufe überhaupt nicht entsprechen. Das saugende Kind und die nährende Brust stehen in keinem Gegensatz zueinander. Auf Seiten des Kindes fehlen sowohl die Regungen der Liebe wie des Hasses. Der seelische Zustand des Kindes auf dieser Stufe ist somit frei von den Erscheinungen der Ambivalenz. Die sekundäre Stufe ist von der primären unterschieden durch die Wendung des Kindes von der saugenden Mundtätigkeit zur beißenden.
In seiner Arbeit „Beiträge der Oralerotik zur Charakterbildung“ hat