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Unter der Frigidität (dyspareunia) der Frau versteht der Verfasser eine partielle oder vollständige Anästhesie (bis Vaginismus einschließend) der Sexualität der Frau bei dem Geschlechtsverkehr („naturae frigidae“, „femme de marbre“, „femme de glace“).
Die Frigidität der Frau, meint der Autor, führt zur Zerstörung des Familienlebens, hat also eine wichtige soziale Bedeutung und ist deshalb ein sehr großes Übel, dessen Bekämpfung von außerordentlicher Bedeutung ist. Die Ursachen der Frigidität sind oft somatisch, meistenteils aber haben sie, den Erfahrungen des Verfassers gemäß, einen psychogenen Ursprung und sind deshalb, seiner Meinung nach, mit psychotherapeutischen Mitteln zu bekämpfen. Außer anderen psychotherapeutischen Behandlungen der Frigidität wird von dem Verfasser auch die Psychoanalyse empfohlen, unter der Bedingung aber, daß sie sich mehr an die Realität halte (156). Die Monographie Stekels erscheint ihm künstlich, unreal. Dasselbe behauptet der Verfasser von Sadger (111).
Als Mittel der Bekämpfung der Frigidität wird von dem Autor die Schonung der jungen Frau bei dem ersten Geschlechtsverkehr empfohlen, das wichtigste Mittel der Bekämpfung des Übels ist aber ein anderes: die Einsicht des Mannes, daß die Frau ebenso ein Recht auf den Genuß (Lust) während des Geschlechtsaktes hat wie er selbst. „Der Orgasmus ist eine schöne Prämie der Natur für die Fortpflanzung aller Lebewesen“ — dieser Worte Freuds, meint der Verfasser, sollen alle Ehemänner gedenken. Die Aufgabe der Männer, für die Lustgefühle der Frau bei Geschlechtsvorgängen zu sorgen, ist ein Mittel, die Frau zur Ehe zu erziehen, das Familienleben vor Zerstörung zu bewahren.
Als Prophylaktikum der Frigidität wird von dem Autor unter anderem die rationelle