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„Die Onanie beim Mann und bei der Frau“ ist eine umfassende Arbeit, die eine erschöpfende Darstellung der verschiedenen Onanieformen bei verschiedenen Völkern in verschiedenen Zeitaltern gibt: die Onanie beim Säugling, bei Jugendlichen, bei Erwachsenen (beim Mann so wie bei der Frau) und die Onanie im vorgeschrittenen Alter; die Verbreitung derselben bei Tieren, bei Primitiven und bei Kulturvölkern, im Mittelalter und in der Gegenwart. Eingehend werden die Folgen der Onanie, ihr Einfluß auf das Organische, besonders auf das Psychische, die Prophylaxis und die Therapie (Organotherapie und Psychotherapie) in dieser Arbeit behandelt.
Das wichtigste therapeutische Mittel der Bekämpfung der Onanie ist, der Meinung des Verfassers nach, die Psychotherapie. Was die Psychoanalyse als Therapie betrifft, so meint der Verfasser, daß die Analyse der Onaniefälle deshalb oft überflüssig ist, weil die Kenntnis der Ursachen der Onanie nicht zur Heilung derselben führt: es sind ihm Fälle bekannt, bei welchen der Kranke die Ursachen seines krankhaften Triebes ganz genau wußte und doch sich von demselben nicht befreien konnte. Außerdem nimmt der Verfasser mit Moll an, daß die Anhänger Freuds einen gemeinsamen Fehler machen, indem sie der Sexualität überhaupt und den Erinnerungen der Erwachsenen eine zu große Bedeutung beilegen: Die Kranken verfälschen ihre Kindheitserinnerungen, legen ihnen die nie vorhandene sexuelle Bedeutung bei; die Analytiker glauben den Patienten und ziehen aus ihren Mitteilungen wichtige Schlüsse. Bei dieser Beurteilung entgeht dem Verfasser eine den Analytikern wohlbekannte Tatsache, daß selbst in den Fällen der Fälschung der Erinnerungen diese Fälschung von Bedeutung ist, weil sie eine Phantasie, also eine Realisierung eines unbewußten Wunsches des Patienten ist und als solche einen Zugang zu den unbewußten Erlebnissen des Kranken gibt. Was die Onaniefälle betrifft, bei welchen die analytische Behandlung überflüssig ist, weil die Ursachen seines krankhaften Tri