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Ausführliche Darstellung eines geheilten Falles von Prüfungsangst, die den nichtanalytischen, psychotherapeutisch interessierten Lesern des Zentralblattes den Gang einer Psychoanalyse demonstrieren will. Ein Patient, der bei zwei harmlosen Teilprüfungen seines Hochschulstudiums durchfiel, war in der Folgezeit jahrelang nicht zu bewegen, sich der Prüfungskommission zu stellen und suchte deshalb die psychoanalytische Behandlung auf. Die Ursache der Störung war das unbewußte Austragen seiner Ödipuskonflikte beim jeweiligen Prüfer, wobei der unbewußte Haß gegen den Vater und unbewußtes Bestraft-werden-wollen die wesentliche Rolle spielten.
Für den Analytiker sind zwei Details des Falles von Interesse. In einer bestimmten Phase der Analyse fand Patient das Tagebuch des verstorbenen Vaters. In der Arbeit werden Auszüge des Tagebuches (das von der Geburt des Patienten bis zum fünften Lebensjahre fortgeführt wurde) publiziert, die eine Reihe von Bestätigungen der von der Analyse behaupteten Zusammenhänge ergaben.
Neu ist die Darstellung einer infantilen Lampenphobie, an der Patient vom dritten bis siebenten Lebensjahre litt. Im Kinderzimmer hing eine einfache Gaslampe, der Patient allerlei magische Kräfte zuschrieb, und vor der er große Angst hatte. Die Eltern glaubten zuerst, das Kind habe vor dem zischenden Geräusch Angst, der Knabe verneinte dies sehr entschieden. Die besondere Zauberei der Lampe bestand darin, daß sie Gegenstände und Personen (z. B. die Schwester) zum Verschwinden bringen konnte; die magische Bewegung zu diesem Zwecke war ein aktives Hin- und Herschwingen. Die Fähigkeit des Verschwindenlassens nannte das Kind „einklimpern“. Alle Versuche der Eltern, dem Knaben die Angst „auszureden“, scheiterten. Er war jahrelang