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In dieser Abhandlung will Verfasser das Ergebnis seiner psychoanalytischen Studie über einen Lehrer mitteilen, den Verfasser Gelegenheit zu untersuchen gehabt hat, bald nachdem er eine hysterische Amaurose durchgemacht hatte. Die Anamnese dieses Leidens, dessen Beginn, Verlauf und Ausgang manche nicht uninteressante Data darbieten, läßt sich ganz kurz zusammenfassen. Der Lehrer fiel eines Tages vor den Augen des Volksschuldirektors um und wurde bewußtlos; als er mehrere Tage nach diesem Vorfall wieder zu sich kam, bot er das typische Bild hysterischer Amaurose, das trotz allen therapeutischen Versuchen etwa vier Monate lang fortbestand. Eines Tages aber, als der hysterische Blinde, von zweien seiner Schulkinder geführt, den Shintotempel mit dem Schutzgott seines Dorfes besuchte, was er in dieser Zeit so gut wie täglich zu tun pflegte, fiel er zufällig den steilen Abhang hinunter und wurde wieder bewußtlos; bald darauf wachte er auf und schaute nach der Richtung hin, aus der Stimmen, Schreien und Weinen der Schulkinder zu kommen schienen, und seltsamerweise sah er die Kinder auf dem Abhang stehen und auch alles in seiner Umgebung.
Die Psychoanalyse dieses Falles ergab einen heftigen (sicher pathogenen) Konflikt, den der Patient aus Liebe, vor allem durch Anschauen einer Kollegin gehabt hatte. Die Tatsache, daß Patient vor den Augen des Schuldirektors umfiel, ist daraus zu erklären, daß er heftige Angst vor dessen scharfen Augen spürte, seitdem dieser sich einst in das