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Es ist dem Autor gelungen, in diesem verhältnismäßig kleinen Bande eine klare Darstellung der Psychoanalyse zu geben, die Ärzten, Medizinstudenten und auch dem allgemeinen Publikum von Nutzen sein dürfte.
Zweckmäßigerweise hat er es vermieden, die noch umstrittenen Probleme der Analyse durchzudiskutieren und sich darauf beschränkt, dem Leser eine allgemeine Vorstellung der Einsichten zu vermitteln, die der analytischen Theorie und Praxis zugrunde liegen. Besonders sorgfältig arbeitet er den Begriff des Widerstandes und den der Übertragung heraus, die für die Technik der analytischen Behandlung eine so große Bedeutung haben. Auf S. 98 sagt der Verfasser, daß Schuldgefühl und Angst ein Ergebnis der ödipussituation seien. Ich vermute, daß der Verfasser hier nur manche neurotische Angst (z. B. vor dem eigenen Über-Ich) meint, da Angst ja schon vor dem Zustandekommen der ödipussituation auftritt.
Leider spricht der Verfasser von „verschiedenen Methoden der psychoanalytischen Therapie“ (S. 154). Dies könnte beim Leser eine falsche Vorstellung erwecken. Üblicherweise bleibt der Terminus „psychoanalytische Therapie“ der von Freud und seinen Schülern entwickelten Behandlungsmethode vorbehalten.
D. B. (London)