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Es ist allgemein bekannt, daß heute ganz andere Anforderungen an eine „beendete Analyse“ gestellt werden, als vor etwa einem Jahrzehnt oder gar noch früher. Wir würden heute z.B. Breuers Frl. Anna aus der Analyse sicher nicht als geheilt entlassen. Und doch waren alle ihre Symptome verschwunden, sie erklärte sich für arbeitsfähig. Dennoch setzen heute solche Patienten, die schon lange symptomlos sind, ihre Kuren weiter fort. Was wollen wir von ihnen, und noch mehr: was verlangen sie von uns? Aufdeckung der infantilen Amnesie, Vordringen bis zur Urszene? Ich glaube, für solche Sachen wären unsere Patienten kaum viele Monate lang zu haben. Wie auch Reich hervorgehoben hat, ist das, was sie in der Arbeit hält, ihr oft unbewußter Wunsch, angstfrei lieben zu können, die Angst vor der vollen Hingabe zu verlieren. Dies ist eine grundsätzlich andere, zeitlich nachfolgende Aufgabe gegenüber der Heilung einer Psychoneurose.
Ein jeder von uns könnte einige Fälle anführen, in welchen die so lauten neurotischen Symptome in verhältnismäßig kurzer Zeit durch die Kur verschwanden, aber eine vollständige Unfähigkeit oder nur eine sehr bedingte Fähigkeit zur Liebe zurückblieb. Besonders klar wurde mir diese Sachlage bei der Arbeit mit den sogenannten „organisch Kranken“.
Nun, es suchen uns ziemlich häufig Menschen auf, welche gleich bei der ersten Besprechung dieses Bild zeigen. Sie sind nur schwer unter eine diagnostische Rubrik zu bringen. Ihre Hauptklage ist, daß sie ihren Platz im Leben nicht finden können. Eigentlich fehlt ihnen nichts, oder sie haben höchstens einige ganz unbedeutende neurotische Symptome; aber sie können sich nicht freuen. Selbstverständlich ist das Bild ihres sexuellen Lebens dasselbe. Sie bewältigen den Akt mit ganz brauchbarer Erektion, wenn sie Männer sind, sind überhaupt nicht anästhetisch, wenn sie Frauen sind; auch die Endlust bleibt nicht ganz aus; aber trotzdem entsteht ihnen daraus keine erlösende Freude.
Bei der analytischen Arbeit mit diesen Fällen st