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I. Die körperhaften Tatsachen der Triebhaftigkeit harren noch großenteils ihrer Feststellung und systematischen Sichtung. Die Kenntnis der Aktualneurosen hat nicht Schritt gehalten mit derjenigen der Psychoneurosen und Psychosen. Bioanalyse (Fcrenczi) ist mehr Postulat als Erfüllung, ganz gleich wie die Johannes Müllerund G. von Bungesche These:,Psychologus nemo nisi Physiologus — Physiologus, nemo nisi Psychologus. Der Zeitpunkt, wo „das Lehrgebäude der Psychoanalyse… auf sein organisches Fundament aufgesetzt werden“ kann (S. Freud), scheint immer noch in weiter Zukunft zu liegen. Leicht wird ob des Suchens nach sinnvollen Zusammenhängen vergessen, was S. Freud einst über unmittelbar triebhafte, über Aktualsymptome geschrieben: „Die Symptome der Aktualneurosen… haben keinen ‚Sinn‘… Sie äußern sich nicht nur vorwiegend am Körper…, sondern sie sind auch selbst durchaus körperliche Vorgänge“ (Vorlesungen über Allg. Neurosenlehre, Nr. 24). „Ärzte, die jeder Sonderung in der wirren Welt von neurotischen Erscheinungen … widerstreben… und selbst die Scheidung von Aktual- und Psychoneurosen nicht anerkennen“ (S. Freud, loc. cit.) sind nicht nur außerhalb des Kreises der Analytiker zu suchen. Als Reaktion auf einseitige Körperforschung ist ausschließliche Psychologie verständlich. Zu einer Ganzheitsbetrachtung aber bedürfen wir der physiologischen wie der psychologischen Arbeit. Vermittlung zwischen beiden liegt in der klinischen — oder sagen wir bescheidener: liegt in der einfachen Alltagsbeobachtung.
Eine solche, vor bald sechs Jahren aufgezeichnete, das Verhalten zweier gesunder Buben betreffend, will ich hier mitteilen. Sie wirft vielleicht aus dem Bereich der physischpsychischen Normalität ein Licht auf die Pathologie der Aktualneurosen, insbesondere der Neurasthenie. Wir finden bekanntlich in deren Symptomenkomplex u. a. Müdigkeit und Obstipation, wobei die letztere (Matthes in Mehrings Lehrbuch der Innern Medizin) vorwiegend durch eine Verkrampfung gewisser Darmabschn