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In dieser Rubrik erscheinen die Beiträge in der Reihenfolge ihres Einlaufes bei der Redaktion
Das Interesse an der Diskussion der weiblichen Sexualität — wie sie insbesondere seit Freuds Homburger Kongreßvortrag immer stärker in Fluß kam — ist noch nicht im Abnehmen begriffen. Doch heben sich jetzt zwei Seiten der Problematik schärfer, zur Klärung bereit, heraus. Die eine ist die Entwicklung der weiblichen Ödipuseinstellung aus der ursprünglichen Mutterbindung der Säuglingsepoche heraus. Diese scheint in ihren Grundzügen durch Freuds letzte einschlägige Arbeit definitiv festgestellt. Zu dieser Ansicht bestimmt mich u. a. die gründliche Analyse einer Frau, über die ich unlängst von einem ganz anderen Gesichtspunkt schrieb. In ihr ist genau dieselbe Erfahrung niedergelegt — frühzeitige, lang andauernde homosexuelle Fixierung als Vorläufer des Ödipuskomplexes — die in Unkenntnis der Freudschen Anschauung gewonnen wurde und mit Leichtigkeit im Sinne der letzteren zu verstehen ist. Die Übereinstimmung geht bis in die Einzelheiten. Die kindliche Vorstellung von der Mutter als Mörderin fehlt ebensowenig, wie eine ursprüngliche Feindseligkeit infolge von Einschränkungen: hier vor allem durch das eigentümliche Erleben der Urszene an einem — die Mutter seinerzeit zurückdrängenden — Mutterersatz. Die positive Stellungnahme empfiehlt sich auch dadurch, daß wir dann keine vorwiegend pathologische Grundlage bei dem Fall voraussetzen müssen, denn es handelt sich um eine Persönlichkeitsentwicklung von einigermaßen normaler Gestaltung.
Die zweite Frage, die nach der kindlichen, weiblichen Genitalität, ist umstrittener denn je. Nicht, als ob die Möglichkeit spezifisch vaginaler Reizung und Erregung von Freud geleugnet würde, wie man vielleicht aus seinem Ausspruch, die Vagina bliebe (auf phallischer Stufe) unentdeckt, folgern wollte, denn gemeint ist dabei vor allem: im Denken des Knaben. Jedenfalls schrieb er über den voll hergestellten weiblichen Ödipuskomplex: „… aus dem Mädchen ist