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gehalten zur Einführung in einen Spezialkurs über Charakterstörungen und -fehlentwicklungen (Spez. Neurosenlehre, II.), am Berliner Psychoanalytischen Institut, Wintersemester 1932/33.
In eigentümlicher Parallele zur Herausbildung der Freudschen Neurosenlehre ist die psychoanalytische Beschäftigung mit dem Problem der Charakterbildung von der Psychogenese einzelner spezifischer Charakterzüge ausgegangen. Im Anfang und lange Zeit hindurch beherrschte die Aufdeckung der allgemeinen Ursachen der Entstehung der Psychoneurosen das Feld — wofür der Ausdruck: „Abwehrneuropsychosen“ vielleicht am bezeichnendsten ist und die fortgesetzte prinzipielle Einsetzung der neurotischen Mechanismen in der Psychosenerklärung bis zur schließlichen Konstituierung der Grundlagen einer allgemeinen Psychosenlehre. Erst verhältnismäßig spät stieß Freud auf eine Lösungsmöglichkeit für das Problem der Neurosenwahl, um allerdings (in der Arbeit „Über die Disposition zur Zwangsneurose“) sogleich bis heute Gültiges auszusagen. Von da an war, durch die allmähliche Bereicherung der Erkenntnisse über die Entwicklungsstufen der Libido, der Weg freigemacht zur Fundierung und später zur systematischen Gestaltung unserer speziellen Neurosenlehre, deren Fragestellungen und Differenzierungen wiederum der Problematik der Neurosenwahl und der allgemeinen Neurosenlehre dauernd frische Luft zuführten.
Die Ausführungen „Über die Disposition zur Zwangsneurose“ hat Freud zum Anlaß genommen, um Einsichten in das Wesen des von ihm gesonderten Analcharakters wesentlich zu ergänzen. Außerdem hatte sich die gegenseitige und für immer verbleibende glückliche Wechselwirkung zwischen den Problemen der Neurosenwahl und der Charakterbildung hier (wie schon in „Charakter und Analerotik“) gezeogt in den grundlegenden Äßerungen über die Bedeutung der verschiedenen Triebschicksale für Entwicklungen und Sonderungen im seelischen Haushalt. Das Studium des Narzißmus und de