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Der Verfasser, Assistent an der medizinischen Klinik in Heidelberg, geht von Befunden aus die er bei der Erforschung der Familien von Kranken diffuser Sklerose, ophthalmoplegischer Migräne und multipler Sklerose erheben konnte. Während die Rolle des Erbfaktors bei den erstgenannten beiden Krankheiten bekannt ist, ist die bei der multiplen Sklerose gefundene Belastung in einem solchen Ausmaße bisher nicht behauptet worden. Der Verf. findet vor allem auffallend viele „psychopathische Persönlichkeiten“. Es fallen ihm hier Menschen mit einer „krankhaften Hypersexualität“ auf. Der Verf. fand in einer solchen Familie „eine abnorme Stärke des Geschlechtstriebes, die sich hemmungslos über die gewohnten Schranken des bürgerlichen Lebens hinwegsetzt“. Milieuwirkung wird ausgeschlossen. In einer anderen Familie fanden sich: „5 sexuell völlig haltlose Personen, 5 Psychosen (z. T. Schizophrenie), schwere Psychopathen und andere Nervenkranke … die Angehörigen und die Mutter machten einen außerordentlich soliden Eindruck. Keine wirtschaftliche Not, saubere geräumige Wohnung, ausreichender Verdienst. Es lag also hier weder drückende Not vor noch ungünstiges Milieu. Wir haben daher unbedingt das Recht, die soziale Entgleisung dieses Mädchens (einer Prostituierten) im wesentlichen auf endogene Einflüsse zurückzuführen …“ usw. Dieser Passus zeigt, wie leicht es sich der Verf. bei der Ausschließung von Milieuwirkungen macht. Der analytisch geschulte Arzt wird derartige