You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Analyse eines Falles von Zwangsneurose mit einzelnen psychotischen Zügen gibt besonders günstige Gelegenheit, die oft erwähnten intensiven Beziehungen zwischen der Neurose eines Patienten und dem Verhalten seiner Familienangehörigen zu studieren. Vielfältig sind die Schwierigkeiten, welche die Angehörigen einer Analyse bereiten, vielfältig aber auch die Möglichkeiten, durch die Analyse eines Menschen seine Angehörigen ebenfalls indirekt zu beeinflussen, und zwar dank der libidinösen Bindungen, Objektbeziehungen und Identifizierungen, die eine Familie (oder einen Freundeskreis) durchziehen. Das Fortdauern von Bedingungen aus der Kinderzeit in der realen Außenwelt kann es sehr schwer machen, den Patienten zu bewegen, seine infantilen Reaktionsweisen aufzugeben. Das Verhalten der Angehörigen wieder ist vielfach von der Stärke des Genesungs- bzw. Krankheitswillens des Kranken abhängig. Wir erfahren an Beispielen, wie Milieuänderungen, je nach den Umständen, fördernd oder hemmend auf die Analyse wirken können. Oft ist es auch so, daß der Einfluß der aktuellen Außenwelt auf eine Neurose zunächst dank dem Umstande, daß der Neurotiker die Realität relativ nicht beachtet, ganz gering ist, aber im Verlauf einer Analyse mit dem zunehmenden Realitätssinn des Patienten schnell wächst.
O. Fenichel (Oslo)