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Eine Klassifizierung der Psychosen nach drei Gesichtspunkten wird vorgeschlagen: 1. vom klinisch deskriptiven Standpunkt, 2. vom Standpunkt der Ich-Entwicklung durch Vergleich der Psychosen mit bestimmten Phasen der normalen Entwicklung, 3. vom qualitativen Standpunkt der Fähigkeit zur Realitätsprüfung. Die Abrahamsche lineare, eindimensionale Klassifizierung der libidinösen Entwicklung muß durch ein zweidimensionales Schema abgelöst werden, da das primitive Ich vielkernig ist, d. h. aus einer Gruppe von verhältnismäßig unabhängigen Ich-Kernen besteht, die bestimmten libidinösen (oralen, exkretorischen, respiratorischen, epidermalen, muskulären und gastrischen) Primaten entsprechen. Diese konvergieren in der analen Phase, wenn das Ich organisierter und kohärenter wird, allmählich zu den von Abraham beschriebenen konsekutiven Serien. Diese erste, dem oralen Primat unterstellte Gruppe, sowie die nächsten darauf folgenden Ich-Kerne bilden die Fixierungspunkte für die Psychosen, die späteren für die Neurosen. Die Sucht steht an der Grenze von beiden.
Der „normale“ Säugling befindet sich zufolge des Vorherrschens der Partialobjekte und der Projektions- und Introjektionsvorgänge in einem Zustand, der einer akuten Psychose der Erwachsenen entspricht. Das Einsetzen des Verdrängungsmechanismus durchbricht den circulus vitiosus von Projektion und Introjektion; durch den stärkeren Rückhalt an der Realität und an den geliebten Personen überwindet das Kind den psychotischen Zustand. Gelingt ihm dies nicht, so verharrt es in einem echt psychotischen Angstzustand. Die klinischen Psychosen des Erwachsenenalters werden durch ein Versagen der Verdrängungsmechanismen eingeleitet. Die Realitätsanpassung des nur potentiell Psychotischen beruhte auf dieser Verdrängung und mit deren Zusammenbruch wird er in einen echten infantilen psychotischen Zustand zurückgeworfen. — Die Störungen der Realitätsbeziehung kommen a) durch Zurückziehung von Ich-Bestandteilen von der Außenwelt, b) durch Verz