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Diese Arbeit beansprucht nicht, irgendwelche neuen Funde mitzuteilen; sie will lediglich ein etwas ausführlicherer klinischer Diskussionsbeitrag zu der Arbeit von Freud über die weibliche Sexualität sein.1
Man hört in letzter Zeit öfters Meinungen äußern wie diese, Inhalte und Mechanismen des unbewußten aus der Kinderzeit stammenden Seelenlebens, besonders der infantilen Sexualität und ihrer Schicksale, seien nunmehr durch die Forschungen Freuds und seiner Schüler im wesentlichen aufgehellt. Bei den Fragen der Psychogenese sei nichts Besonderes mehr zu holen. Es sei an der Zeit, daß die psychoanalytische Forschung ihr Hauptaugenmerk in andere Richtung lenke, etwa auf die Aufgabe, die analytische Kur zu verkürzen oder Details im Charakter- und Bewußtseinsverhalten des Patienten besser zu studieren.
Uns scheint eine solche Auffassung durchaus irrig. Zwar sind die grundlegenden Inhalte und Mechanismen des Unbewußten — etwa die Entwicklung der kindlichen Sexualität über die verschiedenen Organisationsstufen der Libido oder die der Objektbeziehungen über die Einverleibungsziele zum Ödipuskomplex, das Schicksal desselben und die Errichtung des Über-Ichs usw. — zweifellos gesichert und bedürfen nicht mehr neuerlicher Beweise. Will man aber darüber hinaus im Speziellen diese Entwicklungsvorgänge in allen Details beschreiben, so erfährt man bald, wie lückenhaft unser Wissen noch ist, wie