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Ein Vorwurf, der gegen die Psychoanalyse oft erhoben wird, betrifft die Außerachtlassung der psychophysischen Einheit. Den Eindruck, daß diese keine genügende Beachtung finde, konnte der Außenstehende leicht gewinnen. Allein der äußere Umstand, daß die Analyse als psychologische Disziplin sich vorwiegend mit den rein seelischen Zusammenhängen befaßt, mußte in dieser Richtung wirken.
Von der Lehre von der somatischen Libidostauung, die in dem endokrin-vegetativen System etabliert ist, führt in der Überlegung jedes analytischen Arztes eine Linie zur Lehre von der inneren Sekretion und dem vegetativen Nervensystem, wie sie von der Schulmedizin gelehrt wird. Unseres Erachtens sollte, so gesehen, ein wechselseitiges Interesse zwischen Analyse und Schulmedizin vorliegen. Wenn auch die Abhängigkeit der physiologischen und pathologischen Funktion mancher Organe von jenem System feststeht, ist doch eine genauere Übersicht insbesondere wegen der korrelativen Beziehungen noch sehr erschwert. Nach einer Mitteilung von Simmel (in einer wissenschaftlichen Sitzung der Berliner analytischen Gesellschaft) hat einer unserer namhaftesten Forscher sich auf eine diesbezügliche Frage in folgendem Sinne geäußert: „Was wissen wir schon von der inneren Sekretion? Wir wissen nichts!“ Man ersieht auch aus dieser Bemerkung, wenn sie auch eine gewisse Übertreibung enthalten mag, daß es mindestens vom medizinischen Standpunkt aus lohnend sein muß, zu untersuchen, wie viele das Erfolgsorgan beeinflussende störende Vorgänge im System durch die somatische Libidostauung erklärt werden können. Vom Standpunkt der Analyse lohnt die Untersuchung, weil sie uns mehr Einblick in die somatischen Prozesse der Hysterie und eine sichere Basis für die psychoanalytische Behandlung organischer Erkrankungen gibt.
Unter den Fachgebieten der gesamten Medizin, die gewisse Leiden mit dem endokrin-vegetativen System in Zusammenhang bringen, nimmt die Dermatologie eine beachtenswerte Stellung ein. Für eine größere Zahl vo