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In der psychoanalytischen Literatur sind folgende Formen direkter und indirekter Ejakulationsstörungen beschrieben: ejaculatio praecox, ejaculatio retardata, Spermatorrhoe und Prostatorrhoe, orgastische Impotenz. Dagegen ist das Symptom des völligen Ausbleibens der Ejakulation nur flüchtig erwähnt.
In der vorliegenden Arbeit soll eine Spezialform der ejaculatio retardata als „anonymer Koitus“ und bei dem völligen Ausbleiben der Ejakulation eine urethrale und eine oral bedingte Form dieser Störung unterschieden werden. Endlich wird im wesentlichen als Folge der Abwehr unbewußter Enuresiswünsche ein besonderes Symptom beschrieben, nämlich die Intoleranz gegen Verschiebung des Geschlechtsverkehrs.
Das Symptom der Ejaculatio retardata ist wiederholt beschrieben worden und gehört typisch dem zwangsneurotischen Symptomenkomplex an: die anale Lust am Zurückhalten kombiniert sich mit der sadistischen Lust an der Objektschädigung, das heißt an der Vorstellung, daß die Frau beim protrahierten Koitus irgendwie verletzt oder geschwächt werden könnte.
Bekannt ist auch, daß bei prägenital Fixierten oder Regredierenden die Zuhilfenahme prägenitaler Phantasien die Erektion und Ejakulation erst ermöglicht, aber den normalen Ablauf des Koitus hindert.
Es sei auf zwei Spezialfälle der Ejaculatio retardata hingewiesen: einen normalen und einen neurotischen.
Es ist bekannt, daß viele gesunde Männer und Frauen sich beim Koitus sexueller Vorstellungen bedienen, die an Stelle des realen Sexualobjektes ein phantasiertes setzen. Ferenczi nannte dies in extremen Fällen „onanistischen Koitus“. Seither wird sehr zu Unrecht jede Phantasietätigkeit beim Koitus als neurotisch bezeichnet. Soweit diese Vorstellungen nicht zwanghaft auftreten, sind sie noch der Normalität zuzurechnen. Eines der Geheimnisse der Treue erhält von hier aus eine Erklärung.1 Das gilt vor allem für Sexualobjekte, bei denen der ursprüngliche Anreiz für den Partner durch lange Gewohnheit — also physiologische A