You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Alkoholhalluzinose ist psychoanalytisch bisher noch wenig untersucht worden. Die vorliegenden Arbeiten (Freud, Tausk) stellen fest, daß Oralität, Homosexualität und projizierte Schuldgefühle dabei die Hauptrolle spielen. Das Material von Bromberg und Schilder bestätigt dies, fügt aber noch ein neues Moment hinzu, das mit überzeugender Häufigkeit in allen elf Fällen den Inhalt von Halluzinationen und Wahnideen beherrschte: Kastrationsvorstellungen, speziell mit dem Inhalt, zerstückelt zu werden. Die Autoren meinen, daß der Umstand, daß die Kastrationsidee so allgemein zur Zerstückelungsidee wird, der Tendenz entspricht, ihren feminin-homosexuellen Sinn zu entstellen. Sie halten es für wahrscheinlich, daß die unbewußten Ideen, die in Halluzinationen und Wahnideen Ausdruck finden, schon in der prämorbiden Persönlichkeit vorhanden waren und durch die Alkoholintoxikation nur an die Oberfläche getrieben wurden.
O. Fenichel (Oslo)