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Hendrick analysierte einen femininen, hypochondrischen Mann mit chronischer Libidostauung, welcher durch sehr frühe Fixierung schwersten Entwicklungsstörungen ausgesetzt
gewesen war, so daß er die phallische Organisationsstufe der Libido und einen eigentlichen Ödipuskomplex nie erreicht hatte. Er lebte unbewußt vollkommen in der uns so fremden und so schwer in Worten wiederzugebenden prägenitalen polymorph-perversen Wunschwelt — und die vorliegende Arbeit ist einer jener dankenswerten Versuche, die von Analytikern nicht oft genug in verschiedenen Variationen wiederholt werden können, diese prägenitale Welt dennoch in Worte einzufangen.
Das Interessante ist, wie weit für diesen femininen Patienten das galt, was Freud neuerdings für die normale Entwicklung des Mädchens nachgewiesen hat: daß nämlich hinter einer homosexuell-passiven Einstellung dem Vater gegenüber eine oral gefärbte, schwer ambivalente und angsterregende Ureinstellung, die der Mutter galt, verborgen war. In dieser „Ureinstellung“schien die von Melanie Klein und den englischen Autoren immer hervorgehobene Tendenz führend, in das Innere des Mutterleibes schädigend einzudringen, um den Inhalt aufzufressen. Hendrick bemerkt mit Recht, daß man ein solches Streben auch dann nicht als Ödipuskomplex bezeichnen dürfe, wenn der Penis als das Instrument des Eindringens gedacht ist. Er spricht von einer „früheren phallischen Phase der präödipalen Entwicklungsstufe“, eine Bezeichnung, die dem Referenten nicht sehr glücklich erscheinen will, angesichts des Umstandes, den auch Hendrick betont und besonders auffällig demonstriert, daß dabei der Penis im wesentlichen nur als Exekutive für prägenitale, nämlich orale Triebe fungiert. Gewiß aber muß man Hendrick wieder recht geben, wenn er die ungeheure Kastrationsangst solcher Patienten, die sonst unerklärlich wäre, dem Umstände zuschreibt, daß eben auch in präödipalen Zeiten der Penis als zerstörendes Instrument gedacht ist. Ob eine Regung archaisch-„präödipal“ oder im